Häufig hört man in Interviews Statements wie „ich hatte die perfekte Vorbereitung“ oder die Frage, ob es ein „perfektes“ Rennen war. Aber hast du mal darüber nachgedacht, was Perfektion ist und wann eigentlich etwas „perfekt“ ist?

Perfektion steht u.a. für Unfehlbarkeit. Das wäre doch ziemlich langweilig, oder? Aus Fehlern können wir so viel lernen und am Ende entstehen doch immer spannende Geschichten.

Aber zurück zur Frage – wann ist etwas perfekt? 

Eine komplett „grüne“ Woche in TrainingPeaks oder ähnlichem? Wenn du trotz Müdigkeit es geschafft hast, dein Workout durchzuziehen – auf der letzten Rille? Hmmm, eher nicht. Ein Plan ist nur ein Plan und nimmt damit an, dass bestimmte Dinge (z.B. Erholung) in der Zukunft eintreffen. Aber ist unser Leben 100% planbar? Nein. Wäre es vielleicht besser den Plan an die Realität anzupassen, statt durchzuziehen? Wahrscheinlich. Lieber einen Gang zurückschalten und eine ruhige Einheit machen als auf einen geschundenen Körper und Geist noch einen drauf zu hauen. #Raubbau

(Im Umkehrschluss kann auch ein Plan mal zu „zurückhaltend“ sein. Manchmal tuen sich auch Möglichkeiten für mehr Erholung auf, dann kann vorher auch scharf geschossen werden.)

Häufig rechtfertigen wir die Einheit mit „das steht so im Plan“ oder „das hat der Coach so vorgesehen“ und implizieren damit, dass dies nun das optimale Training wäre. Aber was wäre, wenn du jeden Morgen mit deinem Coach telefonierst und er dir tagesaktuelle Pläne schreiben würde? Könnte es sein, dass dann ein lockerer Stimulus plus Recovery Sessions im Plan stehen würden, weil dass das optimale Training wäre? 

Anpassungsfähigkeit ist eine wichtige Fähigkeit. Das Leben ist keine Theorie. Denk an einen Piloten, da bin ich sehr dankbar, dass wenn er bei einer Landung feststellt, dass der Wind doch von der anderen Seite kommt, seinen Plan anpasst.

Das ist auch der Grund, warum in meinem Coaching immer eine Alternative für „schlechte“ Tage empfohlen wird. 

Apropos „schlechte“ Tage… gibt es die denn? Tage sind so wie sie sind. Auch hier nach Perfektion streben könnte deiner Produktivität im Weg stehen. Was machst du denn, wenn es mal nicht rund läuft? Flinte ins Korn werfen? Wir dürfen auch nicht die Fähigkeit verlieren mit dem klarzukommen, was wir gerade haben – auch wenn es in angepasster Weise ist – ansonsten läuft man Gefahr, dass einem viel auf das Gemüt schlägt.

Dieser Beitrag soll aber keine Motivation dafür sein, alles schleifen zu lassen. Ganz im Gegenteil! Wir wollen uns verbessern. Allerdings müssen wir auch verstehen, dass dies ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen passiert. Picke dir ein bis zwei Baustellen raus, die dich limitieren und versuche dich dort zu verbessern. In kleinen aber beständigen Schritten. Ist ein Feld gemeistert, dann schnappst du dir das nächste.

Was ist also mein Rat?

  1. Schritt für Schritt besser werden – kleine Dummheiten über die Zeit abstellen #lovetheprocess
  2. Anpassen! #trainsmart
  3. Das große Ganze (unsere Ziele und Träume) nie aus dem Blick verlieren, aber im hier und jetzt trainieren, den Weg genießen und nicht nach Abkürzungen suchen #noshortcuts
  4. Rückschläge akzeptieren – die gehören zum Spiel des Lebens dazu #cestlavie

Progress, not perfection!

Kategorien: AllgemeinLinkinbioMentales

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