In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ihr durch das vollständige metabolische Profil erfahrt, welches Training ihr braucht um schneller zu werden und welche Auswirkung die VO2max und VLamax haben.

Achtung: Beim Laufen spielt zusätzlich das Thema der Laufökonomie noch mit einer hohen Gewichtung herein. Aus Gründen der Vereinfachung berücksichtige ich dies in diesem Beitrag nicht.

Um dies an Beispiele zu zeigen, gehen wir von zwei unterschiedlichen Athleten aus. Ich möchte die Sache aber etwas vereinfachen, darum nehmen wir für beide Athleten das gleiche Gewicht (70kg), die gleiche Größe (1,85cm) und den gleichen Körperfettanteil (8%) an. Beide sind Triathleten, die sich auf eine Langdistanz vorbereiten.

Athlet 1 – Max Zucker

Max Zucker ist in seiner Trainingsgruppe das Monster. Regelmäßig versorgt er seine Freunde mit Screenshots seiner VO2max, denn diese beträgt 70ml/min/kg. Zu seinem Unglück antworten seine Freunde relativ selbstbewusst, denn Max kriegt in Wettkämpfen seine Leistung einfach nicht auf die Straße! Dabei trainiert er doch regelmäßig hart. In kurzen Intervallläufen schlägt er alle und er ist auch einsamer Spitzenreiter bei jedem Ortsschildsprint.

Eine Leistungsdiagnostik hat nun neben seiner VO2max von 70 eine VLamax von 0,9mmol/l/s gezeigt. Das ist absolut hoch. Max hat nicht nur eine sehr hohe VO2max, sondern auch eine hohe VLamax. Dadurch ergibt sich bei Max Zucker ein Tempo an der anaeroben Schwelle von 4m 6s pro KM.

Noch mehr VO2max-Training macht ihn nicht schneller. In diesem Fall sollte die Trainingsstrategie ganz klar auf der Reduktion der VLamax liegen. Je früher er damit beginnt, desto besser. Die VLamax braucht ihre Zeit.

By the way. Durch die aktuelle Kombination von VO2max und VLamax liegt sein FATmax-Tempo bei 6 Minuten pro Kilometer. Wer hätte gedacht, dass ein Athlet mit einer VO2max von 70 so langsam laufen muss?

Athlet 2 – Fritz Fettig

Fritz ist ein schneller Kerl, sein Tempo an der Schwelle liegt bei 3m 21s und auch im Marathon kommt er gut und ohne zu viel Probleme durch. Bei seiner letzten Langdistanz hat er die Qualifikation für die Weltmeisterschaft leider knapp verpasst. Mit einer Leistungsdiagnostik möchte er nun herausfinden, wie er noch schneller werden kann.

Die Diagnostik hat bei Fritz ergeben, dass er eine VO2max von 60ml/kg/min und VLamax von 0,2 mmol/l/s hat. Die VLamax ist für einen Langdistanztriathleten an einem absoluten Optimum. Was Fritz fehlt ist eine höhere VO2max. Das Training für Fritz würde eine Erhöhung der VO2max zum Ziel haben. Idealerweise ist das Training so gestaltet, dass er seine VLamax dabei auf diesem sehr guten Niveau hält.

Nach sechs Wochen Training absolviert Fritz die nächste Leistungsdiagnostik, um das Training und die Wirksamkeit zu überprüfen. Die Ergebnisse des zweiten Tests zeigen, dass er seine Vlamax von 0,2 beibehalten hat, seine VO2max aber auf 65 steigern konnte. Sein Tempo an der anaeroben Schwelle liegt nun bei 3m 21s pro Kilometer.

Der Wert der Leistungsdiagnostik

Diese beiden Beispiele zeigen, wie stark sich der Fokus des Trainings bei einzelnen Athleten individuell unterscheiden kann. Durch die Diagnostik sind die individuellen Baustelle der beiden Athleten aufgedeckt worden. Beide Athleten bringen für Amateure durchaus gute bis sehr gute Ergebnisse hervor, wer hätte da gedacht, dass bei beiden der Fokus auf jeweils einen einzelnen Parameter das nächste Level einläuten?

Ein weiterer Benefit des INSCYD-Systems zur Diagnostik ist die Leistungssimulation. Wir haben dich getestet und wollen nun wissen, welches Trainingsziel die größte Verbesserung bringt? Ich kann für dich simulieren, was es bedeutet, wenn du z.B. deine VO2max um 5 erhöhst oder deine VLamax um 0,3 absenkst. Wo ist mehr zu holen?


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